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Einreihung von Kfz-Bremsen KN 870830

Der KN-Code 870830 umfasst Bremsen, Bremskraftverstärker und deren Teile für Kraftfahrzeuge der Positionen 8701 bis 8705. Dieser Code umfasst Bremsscheiben, Bremstrommeln, Bremsbeläge, Bremsbacken, Bremssättel, Hauptbremszylinder, Bremsschläuche, Bremskraftverstärker und Feststellbremsen. Moderne Bremssysteme umfassen auch elektronische Unterstützungssysteme – ABS, ESP und EBV – wobei die elektronischen Module selbst gesondert eingereiht werden können. Bremsen sind ein kritisches Fahrzeugsicherheitselement und unterliegen strengen regulatorischen Anforderungen. Die Zollsätze sind im TARIC- oder ISZTAR-System zu überprüfen. Bremsteile müssen die Anforderungen der UNECE-Regelung Nr. 13 (Nutzfahrzeugbremsen) oder Nr. 13-H (PKW-Bremsen) erfüllen.

Sicherheitsanforderungen und Genehmigung von Bremsteilen

Die Einfuhr von Bremskomponenten in die EU erfordert die Einhaltung strenger Sicherheitsnormen. Aftermarket-Bremsbeläge und -klötze müssen eine Typgenehmigung gemäß UNECE-Regelung Nr. 90 besitzen, die die Einhaltung der Anforderungen an Bremswirkung, Fadingbeständigkeit und Haltbarkeit bestätigt. Die E-Kennzeichnung ist für Aftermarket-Bremsbeläge seit Inkrafttreten der EU-Verordnung 2019/2144 obligatorisch. Bremsscheiben und -trommeln müssen Normen für Materialfestigkeit und thermische Rissbeständigkeit erfüllen. Bremsschläuche unterliegen der UNECE-Regelung Nr. 110. Die Einfuhr nicht genehmigter Bremskomponenten stellt ein Risiko für die Verkehrssicherheit dar und unterliegt der Kontrolle durch Marktüberwachungsbehörden. Importeure sollten Dokumentation über Typgenehmigung und Laborprüfergebnisse vorhalten.

Markt für Bremsteile – Hersteller und Trends

Der europäische Bremsteilemarkt ist eines der größten Segmente des Kfz-Aftermarket. Führende Hersteller – Brembo, TRW, Bosch, Ferodo – bieten umfassende Produktpaletten für OEM und Aftermarket. Der Import von Bremsbelägen und -scheiben aus Asien macht einen bedeutenden Anteil am Ersatzteilmarkt aus, wobei die Qualitätsüberprüfung und Authentizität der Genehmigung entscheidend sind. Der Markt befindet sich im Wandel durch die Elektrifizierung – Elektrofahrzeuge nutzen Rekuperationsbremsung, was den Verschleiß traditioneller Bremskomponenten reduziert. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Bremsstaub-Emission – die Euro-7-Norm führt Feinstaubgrenzwerte für Bremsen ein. Hersteller entwickeln staubarme Bremsbeläge und Scheiben mit keramischen und Stahlbeschichtungen zur Emissionsreduzierung.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Aftermarket-Bremsbeläge eine E-Kennzeichnung tragen?
Ja, Aftermarket-Bremsbeläge und -klötze müssen eine Typgenehmigung gemäß UNECE-Regelung Nr. 90 besitzen. Die E-Kennzeichnung auf Verpackung und Bremsbelag selbst ist obligatorisch. Die Genehmigung bestätigt, dass das Produkt Prüfungen zur Bremswirkung, Fadingbeständigkeit und Haltbarkeit bestanden hat. Die Einfuhr von Bremsbelägen ohne gültige Genehmigung verstößt gegen EU-Vorschriften und kann zur Beschlagnahme der Ware an der Zollgrenze und zu Sanktionen führen.
Wie wirkt sich die Euro-7-Norm auf den Bremsteilemarkt aus?
Die Euro-7-Norm führt Feinstaubgrenzwerte für das Bremssystem ein. Dies bedeutet, dass neue Fahrzeuge mit staubarmen Bremsbelägen und Scheiben mit emissionsreduzierenden Beschichtungen ausgestattet werden. Neue Typen von Bremsbelägen, die diese Anforderungen erfüllen, werden auf dem Aftermarket erscheinen. Die Einfuhr traditioneller Bremsbeläge bleibt für Fahrzeuge älterer Generationen zulässig, die Nachfrage wird aber mit der Erneuerung des Fahrzeugbestands allmählich sinken.
Werden Bremsen für Elektrofahrzeuge unter KN 870830 eingereiht?
Ja, mechanische Bremsen für Elektrofahrzeuge werden unter KN-Code 870830 eingereiht. Dies umfasst Bremsscheiben, -beläge, -sättel und andere Elemente des mechanischen Bremssystems. Das Rekuperationsbremssystem, das den Elektromotor als Generator nutzt, wird gesondert als Teil des Antriebsstrangs eingereiht. Elektrofahrzeuge benötigen weiterhin konventionelle mechanische Bremsen als Reservesystem und zum Bremsen bei niedrigen Geschwindigkeiten.