4009 22TARIC-Untercode wählen
Rohre und Schläuche, aus Weichkautschuk, auch mit Formstücken (z. B. Verbindungs-, Knie- und Flanschstücke), nur mit Metall verstärkt oder in Verbindung mit Metall, mit Formstücken
Verfügbare TARIC-Untercodes: 2
Warenbereich und Einreihungskriterien der Unterposition 400922
Die Unterposition 400922 der Kombinierten Nomenklatur erfasst Rohre, Röhren und Schläuche aus weichem vulkanisiertem Kautschuk, die ausschließlich mit Metall verstärkt sind und mit Kupplungen oder anderen Armaturen versehen sind, die bei der Einfuhr fest angebracht sind. Die Ware muss beide Voraussetzungen gleichzeitig erfüllen: Die Schlauchwan enthält ausschließlich metallische Verstärkungslagen – Stahldrahtgeflecht, Metallspirale, Wendel oder einen anderen metallischen Einleger – und mindestens eine Armatur ist vor der Einfuhr dauerhaft mit dem Schlauch verbunden. Zu den Armaturen zählen gecrimpt oder verschraubte Kupplungen aus Kohlenstoffstahl, nichtrostendem Stahl oder Messing sowie Drehgelenke, integrierte Ventile und Flanschanschlüsse. Fertig konfektionierte Schlauchleitungen der Unterposition 400922 werden verbreitet in Hydraulikanlagen von Bau-, Landwirtschafts-, Bergbau- und Industriemaschinen, in Hochdruckflüssigkeitsleitungen, in Sandstrahl- und Kugelstrahlanlagen sowie in Kraftstoff- und Hydraulikölkreisläufen eingesetzt. Die hohe Druckfestigkeit durch Metallverstärkung macht diese Baugruppen für Betriebsdrücke geeignet, die die Leistungsfähigkeit textilverstärkter Schläuche übersteigen. Die Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung der Nomenklatur (AV), insbesondere AV 1, 6 und 3(b) für zusammengesetzte Waren, sowie die Anmerkungen zu Kapitel 40 und die Erläuterungen zur HS sind für die Abgrenzung dieser Unterposition maßgebend.
EU-Import – Zolldokumentation, Normen und regulatorische Anforderungen
Die Einfuhr metallverstärkter Gummischlauchgarnituren mit Armaturen (400922) in das Zollgebiet der Europäischen Union unterliegt dem Unionszollkodex (Verordnung (EU) Nr. 952/2013). Der Einführer oder sein bevollmächtigter Vertreter meldet die Ware in der Einfuhranmeldung im ATLAS-System mit dem vollständigen 10-stelligen TARIC-Code, dem Zollwert der kompletten Garnitur (Schlauch einschließlich aller Armaturen) und dem Ursprungsland an. Die Handelsrechnung soll eine detaillierte technische Beschreibung enthalten: Kautschuksorte und Mischungstyp für Innenrohr und Außenmantel, Anzahl und Art der metallischen Verstärkungslagen (z. B. zwei Lagen hochfester Stahldrahtgeflecht, Flechtwinkel, Drahtdurchmesser), Maße (Nenninnendurchmesser DN, Außendurchmesser, Länge), maximaler Betriebsdruck und Prüfdruck, die angewandte Herstellungsnorm (z. B. EN 853 Klassen 1SN/2SN, EN 856 Klassen 4SH/R12/R13 oder ISO 1436, 3862) sowie eine vollständige Beschreibung der Armaturen (Werkstoff, Typ, Gewindespezifikation, Kupplungsnorm, Crimpverfahren). Fertige Hydraulikschlauchleitungen können in den Anwendungsbereich der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 fallen und unterliegen unter Umständen der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU (DGRL). Armaturen aus nichtrostendem Stahl oder Messing können eine Werkstoffbescheinigung nach EN 10204 erfordern. Alle Kautschukartikel unterliegen der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. Für die Inanspruchnahme von Zollpräferenzen im Rahmen von Freihandelsabkommen (CETA, EU-Japan EPA, APS) ist ein gültiger Ursprungsnachweis erforderlich. Der Einführer sollte vom Hersteller ein Produktzertifikat nach der einschlägigen EN/ISO-Norm, einen Druckprüfbericht und eine REACH-Konformitätserklärung einholen.
Abgrenzung zu 400921 und benachbarten Unterpositionen des Kapitels 4009
Die korrekte Einreihung in 400922 setzt voraus, dass beide Voraussetzungen gleichzeitig vorliegen: ausschließlich metallische Verstärkung und dauerhaft angebrachte Armaturen. Fehlt auch nur eine dieser Voraussetzungen, ergibt sich eine abweichende Unterposition. Schläuche mit identischer Metallverstärkung, aber ohne Armaturen, werden in 400921 eingereiht – diese Grenze ist entscheidend, wenn Hydraulikschläuche als Meterware (ohne Armaturen) im Unterschied zu fertig konfektionierten Leitungen mit gecrimpt Kupplungen eingeführt werden. Schläuche, die ausschließlich mit textilen Materialien verstärkt und mit Armaturen versehen sind, werden in 400932 eingereiht; solche mit ausschließlich Kunststoffverstärkung und Armaturen in 400942. Bei kombinierter Verstärkung (z. B. Stahldrahtgeflecht plus Polyester- oder Aramidfasergewebe) lautet die zutreffende Unterposition für eine Garnitur mit Armaturen 400959. Ein verbreiteter Tarifierungsfehler besteht darin, fertige Hydraulikschlauchgarnituren mit Metallarmaturen in Kapitel 73 (Rohrverbindungsstücke) oder Kapitel 84 (Maschinenteile) einzureihen – gecrimpt Armaturen sind integraler Bestandteil der Schlauchgarnitur und verschieben die Einreihung nicht in ein anderes Kapitel, solange der wesentliche Charakter der Garnitur durch den Kautschukschlauch bestimmt wird. Bei Zweifeln an der Verstärkungskonstruktion sollte der Einführer vom Hersteller eine Querschnittszeichnung aller Wandungslagen einholen. Eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) wird für komplexe Fälle empfohlen – sie ist in der gesamten EU drei Jahre lang bindend.
Häufig gestellte Fragen
Wird eine Hydraulikschlauchgarnitur mit gecrimpt Stahlarmaturen stets als 400922 eingereiht?
Ja, sofern der Schlauch aus weichem vulkanisiertem Kautschuk besteht, die Verstärkung in der Schlauchwan ausschließlich aus Metall besteht (z. B. Stahldrahtgeflechtlagen) und die Armaturen vor der Einfuhr dauerhaft aufgecrimpt sind. Die gesamte Garnitur wird gemäß AV 3(b) als zusammengesetzte Ware unter 400922 eingereiht. Der Zollwert muss den Wert des Schlauchs und aller Armaturen umfassen. Enthält die Garnitur einen Schlauch mit kombinierter Metall-Textil-Verstärkung, kommt gegebenenfalls 400959 in Betracht.
Welchen technischen Normen müssen metallverstärkte Gummischlauchgarnituren der 400922 bei der Einfuhr in die EU genügen?
Hydraulikschläuche mit Stahldrahtgeflecht sollten den Normen EN 853 (Klassen 1SN/2SN) oder EN 856 (Klassen 4SH/R12/R13) bzw. den gleichwertigen ISO-Normen 1436 und 3862 entsprechen. Armaturen sollen der EN ISO 12151 oder der einschlägigen Hydrauliksystemnorm genügen. Der Hersteller ist um ein Produktzertifikat, einen Druckimpulsprüfbericht und eine REACH-Erklärung zu ersuchen. Bei Verwendung in Maschinen ist die Konformität mit der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 und eine angemessene Risikobeurteilung erforderlich.
Welche Unterlagen sind vom Lieferanten zu fordern, um die ausschließlich metallische Verstärkung nachzuweisen?
Zentrales Nachweisdokument ist das technische Datenblatt des Herstellers mit einer Querschnittszeichnung aller Schlauchlagen, in der der Werkstoff jeder Lage benannt ist: Innenrohr aus Kautschuk, metallische Verstärkungslagen (z. B. zwei Lagen hochfestes Stahldrahtgeflecht) und Außenmantel aus Kautschuk. Ist das Datenblatt nicht ausreichend detailliert, sind ein Schlauchbauartbericht oder eine technische Zeichnung mit vollständiger Werkstoffspezifikation anzufordern. Bei Zweifeln können die Zollbehörden eine Laboruntersuchung (metallografischer Querschnitt, Röntgenanalyse oder FTIR) anordnen. Die Handelsrechnung soll Anzahl und Art der Verstärkungslagen ausdrücklich ausweisen.